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Ein wenig überreden mussten wir unsere Tochter schon. Aber ein Bild war das Mindeste, was sie beisteuern sollte. Von einer Verwandten hatten wir als Familie ein wirklich umwerfendes Geschenk bekommen, zusammen mit einer Zeichnung unserer Ältesten wollten wir uns dafür bedanken. Schließlich malte meine Tochter drauf los, wie es eine Dreijährige nun einmal tut. Hoch konzentriert, mit der Zunge zwischen den Lippen, entstand eine krakelige Sonne auf dem Papier. Dann ein unförmiger Regenbogen, dazu Mama und Papa im Kopfstand. Einer natürlich als Kopffüßler, also als Männchen ohne Bauch. Dafür ohne Arme und Füße am Kopf. Fertig. Unsere Verwandte freute sich riesig, gerade das Bild hatte es ihr angetan. So unförmig Sonne, Regenbogen und Eltern auch waren – meine Tochter hatte ihr Bestes gegeben und jemand eine Freude gemacht. Der Gedanke, das Beste zu geben, durchzieht auch die gesamte Bibel. „Das Beste von den Erstlingen deines Feldes sollst du in das Haus des HERRN, deines Gottes, bringen“, heißt es in 2. Mose 23,19. Auch bei sonstigen Opfergaben scheint Gott recht wählerisch gewesen zu sein. Es sollte stets das Beste her. Auch die Erstgeborenen, mit ihrer damals besonderen Bedeutung, gehörten Gott allein (2. Mose 13, 2). Diese Aussagen fordern mich heraus. Denn mir scheint, das Gott auch das Beste von mir will. Er will den ersten Platz in meinem Leben und das Beste, was ich bringen kann. Die beste Zeit des Tages. Mein kreativster Gedanke. Mein schönstes Lied. Muss ich deshalb perfekt sein? Die perfekte Zeit, den perfekten Gedanken und das perfekte Lied abliefern? Wohl kaum, schließlich ist nichts auf dieser Welt wirklich perfekt. Aber Gott will mein Herz und meinen ganzen Einsatz. Dann wird die beste Zeit des Tages auch mal am späten Abend sein, weil sonst beim besten Willen kein Raum war. Und wenn das die beste Zeit des Tages war, ist sie perfekt. Gott will nicht mehr von mir, als ich geben kann. Aber er möchte, dass ich das Beste gebe. Und so wie sich unsere Verwandte über das Bild meiner Tochter gefreut hat, freut er sich über mein Bestes. So wie ich es im Moment geben kann. Auch wenn es alles andere als perfekt ist. Denn für ihn ist es dann genug. FG_AUTHORS: ERF.de Topthema

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An einer gefährlichen Küste, die schon vielen Schiffen zum Verhängnis geworden war, befand sich vor Zeiten sine kleine, armselige Rettungsstation. Das Gebäude war nicht mehr als eine Hütte, und dazu gehörte nur ein einziges Boot; aber die Handvoll Freiwilliger versah unentwegt ihren Wachdienst und wagte sich tags wie nachts unermüdlich und ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben hinaus, um Schiffbrüchige zu bergen...

Dank diesem bewundernswerten kleinen Stützpunkt wurden so viele Menschen gerettet, dass er bald überall bekannt wurde. Viele der Erretteten und andere Leute aus der Umgebung waren nun auch gern bereit, Zeit, Geld und Energie zu opfern, um die Station zu unterstützen. Man kaufte neue Boote und schulte neue Mannschaften. Die kleine Station wuchs und gedieh.
Vielen Gönnern dieser Rettungsstation gefiel das ärmliche und schlecht ausgerüstete Gebäude nicht mehr Die Geretteten benötigten doch einen etwas komfortableren Ort als erste Zuflucht. Deshalb wurden die provisorischen Lagerstätten durch richtige Betten ersetzt und das erweiterte Gebäude mit besserem Mobiliar ausgestattet.

Doch damit erfreute sich die Seerettungsstation bei den Männern zunehmender Beliebtheit als Aufenthaltsort; sie richteten sie sich noch gemütlicher ein, da sie ihnen als eine Art Clubhaus diente. Immer weniger Freiwillige waren bereit, mit auf Bergungsfahrt zu gehen. Also heuerte man für die Rettungsboote eine eigene Besatzung an. Immerhin schmückte das Wappen des Seenotdienstes noch überall die Räume, und von der Decke des Zimmers, in dem gewöhnlich der Einstand eines neuen Clubmitgliedes gefeiert wurde, hing das Modell eines großen Rettungsbootes.

Etwa zu dieser Zeit scheiterte vor der Küste ein großes Schiff, und die angeheuerten Seeleute kehrten mit ganzen Bootsladungen frierender, durchnässter und halbertrunkener Menschen zurück. Unter den schmutzigen und erschöpften Schiffbrüchigen befanden sich Schwarze und Orientalen. In dem schönen Clubhaus herrschte das Chaos. Das Verwaltungskomitee ließ deshalb gleich danach Duschkabinen im Freien errichten, damit man die Schiffbrüchigen vor Betreten des Clubhauses gründlich säubern könne

Bei der nächsten Versammlung gab es eine Auseinandersetzung unter den Mitgliedern. Die meisten wellten den Rettungsdienst einstellen, da er unangenehm und dem normalen Clubbetrieb hinderlich sei. Einige jedoch vertraten den Standpunkt, dass Lebensrettung die vorrangige Aufgabe sei und dass man sich ja schließlich auch noch eis „Lebensrettungsstation" bezeichnete. Sie wurden schnell überstimmt. Man ließ sie wissen, dass sie, wenn ihnen das Leben all dieser angetriebenen schiffbrüchigen Typen so wichtig sei, ja woanders ihre eigene Rettungsstation aufmachen könnten. Das taten sie dann auch.

Die Jahre gingen dahin, und die neue Station wandelte sich genauso wie die erste. Sie wurde zu einem Clubhaus, und so kam es zur Gründung gar einer dritten Rettungsstation. Doch auch hier wiederholte sich die alte Geschichte. Wenn man heute diese Küste besucht, findet man längs der Uferstraße eine beträchtliche Reihe exklusiver Clubs. Immer noch ist die Küste gefährlich; immer noch wird sie vielen Schiffen zum Verhängnis; nur — die meisten der Schiffbrüchigen ertrinken.

Die Zeit ist gekommen, das wir als Christen wieder unsere teuren Designer-Klamotten (auch im übertragenen Sinn) ausziehen, um uns auf dem Feld der Mission wieder die Hände schmutzig zu machen. Und die beste Arbeitskleidung besteht "natürlich" aus J-shirts...