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Es ist tragisch, wenn Christen nach einer Verlust- oder Zerbruchserfahrung das Gefühl bekommen, nicht mehr wirklich dazuzugehören, als sei die Gemeinde ein Ort, in dem wir unsere heilen Biographien feiern können. Dabei ist doch das Gegenteil der Fall! Auch deswegen mag ich diese unheilige Vorweihnachtsgeschichte in Matthäus 1 so gerne: Mit solchen gebrochenen Menschen schreibt Gott ganz unbekümmert Heilsgeschichte. Jesus wird nicht nur in äußerliche Armut hineingeboren, in eine Handwerkerfamilie und in einen schmutzigen Stall – sondern in eine Familie, in der die vom Leben Gezeichneten, die Gescheiterten und Enttäuschten ihren selbstverständlichen Platz haben. Ewigkeitsperspektive finden Unsere Damen haben nicht gewusst, dass Gott sie in die wichtigste Ahnentafel der Geschichte einbauen würde. Möglicherweise hätten sie es sogar als zuviel der Ehre empfunden. Aber in zweierlei Hinsicht möchte ich mich von diesem Text mit den vielen Namen inspirieren lassen. 1. Worauf kommt es im Leben eigentlich an? Manchmal singen wir in unseren Liedern schon Wahrheiten, die in unserem Leben noch gar nicht so recht angekommen sind: „Das Höchste meines Lebens ist, dich kennen … dich lieben … dir dienen, Herr“. Wenn in unserem Leben etwas anders läuft als geplant, fangen wir – oft unter Schmerzen – erst richtig an, das durchzubuchstabieren: Das Wichtigste ist, dass ich zu Gott gehöre. Und dann gilt: Es gibt keine Situation, in der ich Gott nicht erfahren, und es gibt keine Situation, in der ich nicht für ihn leben kann. Batsebas zweiter Mann ist das beste Beispiel dafür, dass selbst schwere Schuld dabei keine Ausnahme bildet: David erfährt in seiner Zerknirschtheit und durch sie hindurch Gott auf eine ganz besondere Weise, und seine Bußpsalmen sind Generationen von Gläubigen seither eine Hilfe gewesen. Er war „ein Mann nach Gottes Herzen“ (Apg. 13,22), das sollte uns zu denken geben … Es geht mir hier nicht darum, Scheitern, Schmerz und Schmuddeligkeiten zum Normalfall zu erheben oder gar als eine Art seelsorgerliche Grundkompetenz zu adeln. Ich will auch in das Leben „unserer“ vier Frauen nicht geistliche Erfahrungen hineinlesen, über die die Bibel schweigt. Entscheidend finde ich: Ob wir einigermaßen heil durchs Leben kommen oder grundständig scheitern – Gott kann uns in sein Heilshandeln mit einbauen, und er ist von Knicken in unserem Lebenslauf nicht überrascht. Er braucht nicht hastig einen „Plan B“ zu entwickeln, nach dem unser Leben nur noch zweite Wahl und halb so brauchbar ist. Das Verrückte ist ja, dass die Matthäus-1-Frauen alle gerade erst durch ihre schwierige Erfahrung in Jesus’ Stammbaum „hineingerutscht“ sind. 2. Sind unsere Träume zu groß? Ich stamme aus dem Grenzland von Westerwald und Siegerland, wo ein ziemlich robuster Menschenschlag eine kernige Frömmigkeit hervorgebracht hat. Sehnsüchten steht man da eher skeptisch gegenüber, und je nach Gemeindeprägung wird diese Welt ohnehin als Jammertal wahrgenommen, in dem die Erfüllung aller Träume und Wünsche bis zum Jenseits zu warten hat. Inzwischen sehe ich das etwas differenzierter: Wie wäre es denn, wenn unsere Träume – und ihre Erfüllung – auf eine größere Wirklichkeit verweisen und schon deswegen ihren Wert haben? Ganz plastisch finde ich das am Beispiel des Dauerbrenners Paarbeziehung: Paulus stellt die ziemlich steile These auf, dass selbst die beste Ehe nur ein kleiner Abglanz von etwas viel Größerem ist, nämlich der Beziehung zwischen Jesus und seiner Gemeinde (vgl. Eph, 5, 22ff). Ich schlage vor – um bei dem Beispiel zu bleiben – dass wir dieser größeren Wirklichkeit ganz unabhängig davon auf der Spur bleiben, wie sich die „Paarbeziehungsfrage“ für uns entwickelt: Was auch immer wir uns an Annahme, Liebe, Sicherheit, Versorgung, Wertschätzung und Geborgenheit erhoffen, finden wir nirgendwo mehr als bei Gott! Vielleicht würden wir das auch mehr empfinden, wenn wir nicht nur beten würden: „Jesus, schenk mir eine Frau“ oder „schenk doch, dass mein Mann mich besser versteht“, sondern auch: „Jesus, lass mich dich besser kennenlernen“. Nein, ich glaube nicht mehr, dass unsere Träume zu groß sind und wir sie besser einmotten sollten bis zum nächsten Leben – ich glaube eher, dass unsere Träume zu klein sind, und dass wir lernen sollten, Gottes große Träume schon jetzt mitzuträumen. Wir dürfen das Schöne dieses Lebens genießen als Vorgeschmack auf das noch Schönere, das auf uns wartet – und wir müssen uns andererseits vom Schwierigen nicht unterkriegen lassen, weil wir wissen, dass es nicht das letzte Wort hat. Das ist doch eine Perspektive, mit der sich leben lässt! Die Sache mit dem „Königreich Gottes“, von dem Jesus immer gesprochen hat, klingt etwas fremd in demokratischen Ohren, aber es geht genau um diese größere Wirklichkeit: Gott träumt nämlich auch! Er sucht sich ein Volk, eine Familie aus Menschen zusammen, denen er ganz nahe sein möchte. Wir dürfen unseren Platz in dieser Familie Gottes einnehmen, wir erfahren Segen und werden zum Segen für andere, und das sogar weit über dieses Leben hinaus. Tamar wollte um jeden Preis ein Kind; Rahab war froh, der Zerstörung zu entkommen; Ruth fand eine neue Heimat und Batseba einen Neuanfang – sie hätten sich nie träumen lassen, dass sie UrUrUrUrgroßmütter des Messias werden würden. Gottes Pläne mit ihrem Leben waren viel größer als ihre eigenen. Andrea Wegener, Jahrgang 1975, hat in Leipzig Germanistik, Amerikanistik und Geschichte studiert. Sie leitet die Öffentlichkeitsarbeit von Campus für Christus, Gießen.   Leben mit und trotz Enttäuschungen Wenn wir uns trotz aller Enttäuschungen von Gott gebrauchen lassen, werden wir an manchen Stellen wieder kleine und größere „Erfüllungen“ erleben, wo wir sie nicht erwartet hätten. Ich habe ich vor kurzem von Missionaren aus Namestan gehört, die plötzlich aus ihrem Einsatzland ausgewiesen wurden. Jahrelang hatten sie die Sprache studiert, hatten die Namestanis lieben gelernt – und dann das! Sie waren unglaublich enttäuscht und haderten mit Gott, dass sie nun wieder in ihrem Heimatdorf in Deutschland festsaßen, wo keiner wirklich Verständnis für sie hatte, bis sie feststellten, dass in einem Asylantenheim wenige Kilometer entfernt einige Dutzend Menschen aus Namestan lebten. Die staunten nicht schlecht, als plötzlich Deutsche bei ihnen auf der Matte standen und ihnen Hilfe und Freundschaft anboten – und auch noch Deutsche, die ihre Sprache und Kultur kannten! Unsere Ex-Missionare konnten bei den Namestanis ihr Fernweh überwinden und mit ihren neuen Freunden offener über Glaubensfragen ins Gespräch kommen, als sie das im Einsatzland selbst je gekonnt hätten. Und manche dieser neuen Beziehungen werden wohl bis ins nächste Leben reichen. Manchmal sind unsere gescheiterten Träume Gottes besondere Möglichkeiten.       FG_AUTHORS: ERF.de Topthema

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Wie aus einem tieffliegenden Flugzeug sah ich zunächst aus der Vogelperspektive ein unendlich weites Feld. Als ich näher kam erkannte ich, dass es aus lauter facettenartigen Räumen bestand, die in den buntesten Farben schimmerten. Die Räume waren nicht statisch, sondern wie pulsierende Zellen. Auf die Frage, was das sei, antwortete Gott: "Das sind die Räume in meinem Vaterherzen! Jeder Mensch hat hier einen Raum in meinem Innersten. Im nächsten Moment fand ich mich in einem dieser Räume wieder..."

Da sagte Gott: „Dies ist der Raum der Begegnung, dein Raum in meinem Vaterherzen. Du sollst wissen, dass Du einen festen Platz in meinem Herzen hast! Hier kommen nur Du und ich hinein! Und wir füllen den Raum mit dem Besonderen unserer Beziehung!" Wenn Ihr euch euren eigenen Raum der Begegnung anschauen könntet, würdet ihr sehen, dass die Wände voll mit Bildern sind; Bilder, in denen euch vertraute Situationen ablaufen. Wie eine Sammlung von Orten, an denen ihr schon einmal gewesen seid. Aber nur solche Orte, an denen ihr glücklich ward: perfekte Augenblicke eures Lebens!

Gott sagte dazu: „Glaube mir, mein Kind, es gibt keine perfekten Augenblicke ohne mich! Manchmal war Dir meine Gegenwart gar nicht bewusst. Oft warst Du mehr mit der Schönheit der Natur oder anderer Dinge beschäftigt, als an mich zu denken. Aber ich war dabei und habe diese Augenblicke mit Dir genossen. Und das macht sie zu vollkommenen Momenten Deines Lebens.“
Es würde Euch wahrscheinlich genauso gehen wie mir, dass Ihr euch gar nicht sattsehen könnt an all der Schönheit in diesem Raum. Der Raum war voller Bewegung und Dynamik, es gab keinen Stillstand, und doch strahlt alles Ruhe aus, kein Stress. Ich weiß nicht was Ihr sehen würdet, aber da wären bestimmt vertraute Klänge, Gerüche, Bilder voller positiver Assoziationen!

Und Gott sagt zu Euch: „Ja mein Kind, ich liebe deine Art, wie du lebst, mich liebst und anbetest. Das ist einzigartig. So, wie Du mich liebst mit all deinen Gaben und Talenten, kann mich kein anderer Mensch auf der Welt lieben!“ Ich empfinde bei diesen Worten eine solche Wertschöpfung und Achtung meiner Person, weil Gott alle Dinge in meinem Leben wichtig sind. Er wartet im Raum der Begegnung auf mich und will Gemeinschaft mit mir haben! Ist das nicht unglaublich? Der Schöpfer des Universums wartet auf mich und Dich?

Als nächstes sah ich das Vaterherz wieder aus der Vogelperspektive. Mir fiel auf, dass nicht alle Räume schillernd bunt und pulsierend waren, sondern geradezu blass und farblos. Gott sagte dazu: „Das sind die Räume, die nur selten betreten werden. Manche nur am Sonntag, andere nur an Weihnachten. Ich warte dort vergeblich auf meine Kinder.“

Und dann waren da Räume, die sich wie Nebel im Morgenlicht aufzulösen begannen. „Das sind die Räume“, sagte Gott, „die nie ein Mensch betreten hat. Ich habe dort alle Tage des Lebens auf meine Kinder gewartet, aber sie kamen nicht. Sie waren zu beschäftigt oder glaubten den Lügen über mich.“

Lasst uns nicht länger warten und zusehen, wie immer mehr Räume anfangen, sich aufzulösen! Vielleicht können die J-shirts für einen Menschen um Dich herum eine echte Chance sein, das erste Mal von unserem Vater im Himmel zu hören, der total verliebt auf ihn wartet...