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© Gerth Medien / gerth.de Als „Werden, wie du mich siehst“ auf meinem Schreibtisch landete, habe ich mich sehr gefreut. Denn ich habe bereits aus „Weißt du nicht, wie schön du bist“ derselben Autorin viele wertvolle Impulse für mein Leben erhalten. Gleichzeitig habe ich aber auch befürchtet, dass Stacy Eldredge ihre Aussagen aus dem Vorgängerbuch hier nur noch einmal auf andere Art und Weise präsentiert. Das ist allerdings nicht der Fall. Wohl aber ist das Thema ein ähnliches, womit man „Werden, wie du mich siehst“ auch als Nachfolgeband von „Weißt du nicht, wie schön du bist?“ bezeichnen könnte. Wie schon im Vorgängerbuch geht es um den Selbstwert von Frauen. Während Eldredge in ihrem ersten Buch vor allem darauf einging, wie die Beziehung zum Vater die Wahrnehmung von Frauen prägt, geht sie in diesem Buch intensiver darauf ein, wie Mütter und andere Frauen die eigene Wahrnehmung prägen. Eldredge schreibt dazu: „Väter verleihen uns unsere Identität. Mütter geben uns Selbstwertgefühl.“ Die Vergangenheit betrauern und hinter sich lassenSo geht es auch in diesem Buch von Eldredge vor allem um das Selbstwertgefühl und den Wunsch, anders zu werden. Eldredge startet ihr Buch mit dem ehrlichen Bekenntnis, sich selbst in vielen Punkten nicht ändern zu können. Beispiel dafür sind ihr erfolglosen Diäten. Doch anstatt sich selbst und den Lesern eine Liste mit „So mach ich es besser“-Vorschlägen zu präsentieren, wirft sie nach Konstatierung der eigenen „Erfolgslosigkeit“ einen Blick zurück. Intensiv widmet sie sich der Frage, welche Verletzungen man in der Vergangenheit erlebt hat. Dabei richtet sie ihr Augenmerk vor allem auf die besondere Rolle der eigenen Mutter. Von der Mutter lernen Frauen laut Eldredge, was es heißt eine Frau zu sein. Außerdem sind der Schutz und die Fürsorge der Mutter für jedes Kind von großer Bedeutung. Wenn man als Frau hier Defizite erlebt hat ‒ etwa weil die eigene Mutter mit ihrer Mutterrolle überfordert war oder selbst nie ein gesundes Selbstwertgefühl entwickelt hat ‒, entwickelt man häufig ein schlechtes Selbstbewusstsein. Eldredge rät hier dazu, sich an die Versäumnisse der eigenen Eltern in der Kindheit zu erinnern, diese zu betrauern, aber auch zu vergeben. Erst wenn die „sogenannte“ Mutterwunde erkannt wird, kann laut Eldredge Heilung geschehen. Diese Heilung ist notwendig, um als Frau anders werden und die Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Innere Freiheit = Fehler machen und mit Verurteilungen aufhörenIm zweiten Teil des Buches wendet Eldredge sich stärker dem Thema „Veränderung“ zu und spricht diverse Themenbereiche an. Als Erstes widmet sie sich der Veränderung der eigenen Selbstwahrnehmung. Bevor man sich tatsächlich verändern kann, gehe es darum, anzunehmen, wer und wie man zum jetzigen Zeitpunkt ist. Im weiteren Verlauf beschreibt Eldredge, wie man als Frau Ängste, die einen blockieren, loslassen und gute Freundschaften führen kann. Besonders wichtig ist Eldredge der Punkt der „inneren Freiheit“. Diese „innere Freiheit“ beinhaltet für Stacy Eldregde die Freiheit, Fehler machen zu dürfen und weder sich selbst noch andere zu verurteilen. Genauso wichtig sei es aber, unwahren negativen Gedanken über das eigene Leben Einhalt zu gebieten. Diese können laut Eldredge in Form von Angst, Depressionen oder Minderwertigkeitsgefühlen auftreten. Wie sprichst du über dich?Entscheidend im Kampf gegen solche „geistlichen Bindungen“ ist, wie man über sich selbst redet. Daher empfiehlt Eldredge am Ende des Buches noch einmal explizit vorsichtig damit zu sein, wie man sich selbst oder eine Situation benennt und damit auch bewertet: „Wie wir etwas nennen, wie wir genannt werden, ob gut oder schlecht, wird sich auf unser Leben auswirken.“ Sie ermutigt die Leserinnen dazu, nicht auf die eigenen Fehler und Defizite zu schauen, sondern darauf, was Gott mit ihrem Leben vorhat: „Gott sagt uns, dass wir uns nicht auf unsere Fehler konzentrieren sollen, sondern auf seine Treue. Er fordert uns auf, den Blick nicht auf unsere Zerbrochenheit zu richten, sondern auf den, der uns heilt.“ Manchmal spricht Gott auch amerikanisch„Werden, wie du mich siehst“ ist ein Buch für Frauen. Und zwar gerade nicht für die Superfrauen, die wir alle gerne wären, sondern für Frauen wie du und ich, deren Selbstwert davon erschüttert wird, dass das neue Kleid nicht mehr passt oder man den eigenen Haushalt eben nicht so perfekt wie die eigene Mutter führt. Stacy Eldredge gelingt es in ihrem Ratgeber sehr gut, Unsicherheiten von Frauen aufzugreifen, Gründe für diese Unsicherheiten offenzulegen und den Weg zu einem besseren Selbstwert zu weisen. Einiges an ihrem Buch ist sehr amerikanisch. Gerade einige der vorformulierten Gebete entsprachen ganz und gar nicht meiner Art, mit Gott zu reden. Auch erscheint mir im Nachhinein der Aufbau des Buches in manchen Punkten willkürlich und nicht optimal. Manche Themen doppeln sich scheinbar und gerade in der zweiten Hälfte des Buches der rote Faden nicht immer klar zu erkennen ist. Dafür aber ist das Buch sehr anschaulich, da Eldredge immer wieder Beispiele aus ihrem eigenen Leben heranzieht. Die vielen persönlichen Beispiele führen außerdem dazu, dass man sich als Leserin verstanden und ernst genommen fühlt. Trotz dem amerikanischen und gefühlsbetonten Stil der Autorin hat Gott zu mir durch dieses Buch geredet hat – in Ängste, Unsicherheiten und Verletzungen hinein. Daher werde ich dieses Buch mit Sicherheit noch einmal lesen ‒ vor allem da ich nicht alles, was mir beim ersten Lesen wichtig geworden ist, sofort in meinem Leben umsetzen konnte. Auch an Freundinnen werde ich Eldredges Ratgeber weiterempfehlen – mit einer Ausnahme allerdings: Da die Autorin die Argumentation ihres Buches sehr stark auf ihrem eigenen Glauben aufbaut, eignet sich das Buch nicht zur Weitergabe an nichtchristliche Freundinnen. Stacy Eldredge über ihr Buch:   FG_AUTHORS: ERF.de Topthema

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An einer gefährlichen Küste, die schon vielen Schiffen zum Verhängnis geworden war, befand sich vor Zeiten sine kleine, armselige Rettungsstation. Das Gebäude war nicht mehr als eine Hütte, und dazu gehörte nur ein einziges Boot; aber die Handvoll Freiwilliger versah unentwegt ihren Wachdienst und wagte sich tags wie nachts unermüdlich und ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben hinaus, um Schiffbrüchige zu bergen...

Dank diesem bewundernswerten kleinen Stützpunkt wurden so viele Menschen gerettet, dass er bald überall bekannt wurde. Viele der Erretteten und andere Leute aus der Umgebung waren nun auch gern bereit, Zeit, Geld und Energie zu opfern, um die Station zu unterstützen. Man kaufte neue Boote und schulte neue Mannschaften. Die kleine Station wuchs und gedieh.
Vielen Gönnern dieser Rettungsstation gefiel das ärmliche und schlecht ausgerüstete Gebäude nicht mehr Die Geretteten benötigten doch einen etwas komfortableren Ort als erste Zuflucht. Deshalb wurden die provisorischen Lagerstätten durch richtige Betten ersetzt und das erweiterte Gebäude mit besserem Mobiliar ausgestattet.

Doch damit erfreute sich die Seerettungsstation bei den Männern zunehmender Beliebtheit als Aufenthaltsort; sie richteten sie sich noch gemütlicher ein, da sie ihnen als eine Art Clubhaus diente. Immer weniger Freiwillige waren bereit, mit auf Bergungsfahrt zu gehen. Also heuerte man für die Rettungsboote eine eigene Besatzung an. Immerhin schmückte das Wappen des Seenotdienstes noch überall die Räume, und von der Decke des Zimmers, in dem gewöhnlich der Einstand eines neuen Clubmitgliedes gefeiert wurde, hing das Modell eines großen Rettungsbootes.

Etwa zu dieser Zeit scheiterte vor der Küste ein großes Schiff, und die angeheuerten Seeleute kehrten mit ganzen Bootsladungen frierender, durchnässter und halbertrunkener Menschen zurück. Unter den schmutzigen und erschöpften Schiffbrüchigen befanden sich Schwarze und Orientalen. In dem schönen Clubhaus herrschte das Chaos. Das Verwaltungskomitee ließ deshalb gleich danach Duschkabinen im Freien errichten, damit man die Schiffbrüchigen vor Betreten des Clubhauses gründlich säubern könne

Bei der nächsten Versammlung gab es eine Auseinandersetzung unter den Mitgliedern. Die meisten wellten den Rettungsdienst einstellen, da er unangenehm und dem normalen Clubbetrieb hinderlich sei. Einige jedoch vertraten den Standpunkt, dass Lebensrettung die vorrangige Aufgabe sei und dass man sich ja schließlich auch noch eis „Lebensrettungsstation" bezeichnete. Sie wurden schnell überstimmt. Man ließ sie wissen, dass sie, wenn ihnen das Leben all dieser angetriebenen schiffbrüchigen Typen so wichtig sei, ja woanders ihre eigene Rettungsstation aufmachen könnten. Das taten sie dann auch.

Die Jahre gingen dahin, und die neue Station wandelte sich genauso wie die erste. Sie wurde zu einem Clubhaus, und so kam es zur Gründung gar einer dritten Rettungsstation. Doch auch hier wiederholte sich die alte Geschichte. Wenn man heute diese Küste besucht, findet man längs der Uferstraße eine beträchtliche Reihe exklusiver Clubs. Immer noch ist die Küste gefährlich; immer noch wird sie vielen Schiffen zum Verhängnis; nur — die meisten der Schiffbrüchigen ertrinken.

Die Zeit ist gekommen, das wir als Christen wieder unsere teuren Designer-Klamotten (auch im übertragenen Sinn) ausziehen, um uns auf dem Feld der Mission wieder die Hände schmutzig zu machen. Und die beste Arbeitskleidung besteht "natürlich" aus J-shirts...